Sämtliche Romane und Erzählungen: Die Brüder Karamasow.: 2 Bände (Taschenbuch)
von Fjodor M. Dostojewskij

Kurzbeschreibung:
Ein Roman in vier Teilen, erschienen 1879/80, ein Jahr vor dem Tod seines Autors
Wiederum als Kriminalgeschichte angelegt - diesmal jedoch bleibt der Täter für den Leser bis zum Schluss unbekannt - erzählt Dostojewskij die Geschichte der drei Brüder Karamasow, die als Erwachsene in ihr Elternhaus zurückkehren, wo sie ihrem Vater als einem alten lüsternen Trunkenbold begegnen. Ihre Verachtung für den Vater ist so groß, dass sie seinen Tod herbeiwünschen. Als er dann wirklich ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht, ein Vatermörder zu sein, auf den ältesten der Brüder, Dimitrij. Er wird schuldig gesprochen und zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt.
Alle wissen jedoch: Ein anderer hat den greisen Unhold ermordet, und trotzdem nehmen die Brüder die Schuld auf sich ...

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Rezensionen:
Dies ist kein Buch, das man mal eben in einer Woche liest. Dieses Buch hält einen beschäftigt. Wochenlang trägt man das Schicksal der Brüder Karamasow mit sich herum, denkt über deren Seelenqualen nach, über ihre ganz persönliche "Schuld und Sühne". Und während man das Buch liest, lacht man, stöhnt man, seufzt, räsonniert man -- und sucht man dem Mörder des alten Vaters Karamasow.

Sicher rauft sich schon der Kritiker die Haare und will einwerfen: Aber Dostojewskij ist doch viel tiefgründiger und bedeutender. Nicht bloß blanke Unterhaltung. Sicher. Aber nur deshalb kann der große Dostojewskij so tiefgründig sein, weil es dem Leser ein so wundervolles Leseelebnis beschert.

Die Handlung ist überaus komplex: Sie besteht aus einer Kriminalgeschichte (Der Mord am Vater Kramasow), aus einem Justizirrtum (der älteste Sohn wird verdächtigt), aus einer Familensaga (drei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten), aus einem komplizierten Vier- bis Fünfecks-Liebesverhältnis und dem kompletten Szenario einer Seifenoper: Intrigen, Betrug, Frömmigkeit, Liebe, Neid, Geiz, Leidenschaft, Verbrechen, Maßlosigkeit.

Spricht man von Dostojewskij, rühmt man ihn gemeinhin als psychologischen Erzähler, der seine Charaktere durch eine speziell von ihm entwickelte Erzählweise bloßstellt und gleichzeitig vor der Aburteilung schützt: Alle seine Personen sind leicht shizophren, Dialoge -- ach -- wohnen in ihrer eingeengten Brust. Sie meinen nie, was sie sagen und noch viel weniger wissen sie, was sie denken. Sie sind menschlich bis zu einem Grad, daß man Mitleid entwickeln möchte. Und doch sind sie Helden, deren Erinnerung man auch noch weit ins nächste Jahrtausend mitnimmt.

Die Brüder Karamasow ist Dostojewksijs letztes Werk, in meinen Augen sein vollendetes. --Bettina Albert

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