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Dostojewskij: Die Brüder Karamasow

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Die Brüder Karamasow


Vorwort

Der Nachfolgende Text ist eine Zusammenfassung des Buches "Die Brüder Karamasow", der gleichzeitig eine Interpretation des Buches und der Personen einschließt, um einen fließenden Text zu schreiben habe ich darauf verzichtet meine Schlussfolgerungen explizit darzustellen, hierfür entschuldige ich mich, da es nicht immer klar abzusehen ist wo diese sind.

Nun ja,

das vorliegende Buch "Die Brüder Karamasow" ist der letzte große Roman Dostojewskijs, mit dem er 1878 seine vor dreizehn Jahren mit Schuld und Sühne begonnene Romanreihe abschließt, die den Kern seines Schaffens bilden. Die Brüder Karamasow ist ein Kriminalroman von dem perfekten Verbrechen, einem Mord dessen Täter ein anderer beschuldigt wird, der Roman ist aber auch, für sich betrachtet, die Darstellung eines einzigen Menschen und seines inneren Kampfes um das Gute. Dostojewskij erzählt sein Werk aus der Darstellung eines persönlichen Bekannten, der die Agierenden vorstellt. Aus einer zeitlichen Distanz von dreizehn Jahren, werden von dem allwissenden Erzähler, die Ereignisse weniger Tage beschrieben, ein solches Zusammentreffen wichtigster Ereignisse im Leben der Hauptpersonen, ist typisch für Dostojewskijs Werke.

Der Roman Dostojewskijs spielt in einer russischen Provinzstadt, genannt Skotoprigonjewsk übersetzt etwa "Viehofen". Nun lebte in dieser Stadt um etwa 1866 ein Mann, Fjodor Pawlowitsch Karamasow, er war ein reicher Gutsbesitzer, ein Gutsbesitzer der nur wenig Zeit seines Lebens auf seinem Landgut verbracht hatte. Fjodor Pawlowitsch gehörte zu jener besonderen Art von Menschen, die keineswegs dumm sind, doch bis auf wenige Sachen hin unverständlich zu sein scheinen, zu welchen gehörten zweifellos die finanziellen Dinge, er hatte als junger Mann mit nur sehr wenig Land angefangen und führte das Leben eines Schmarotzers, war oft ungeladener Gast bei Familienessen, als er starb besaß er ein Vermögen von etwa hunderttausend Rubel in bar, was seine große Menschenkenntnis und Verhandlungskunst beweist. Zu den Dingen die ihn interessierten gehörten auch Frauen, ja man kann sogar sagen dass die Frauen wohl sein größtes Interesse waren und den meisten Teil seiner Aufmerksamkeit beanspruchten, das äußerte sich in großen Orgien die bei ihm im Haus geführt wurden, sogar in den Jahren in denen er verheiratet gewesen war. Fjodor Pawlowitsch war zwei mal verheiratet, die erste Ehe schloss er mit Adelaida Iwanowna Muisowa, einer Schönheit aus dem Adelsgeschlecht der Muisows, die ebenfalls Landbesitzer waren, wie er zu einer solch feinen Dame gelangte ist verschwiegen, doch sehnte er sich zu der Zeit nach einem gesicherten Leben, zudem war eine üppige Mitgift sehr verlockend für ihn. Mit Adelaide Iwanowna hat er ein Kind gezeugt, Dimitrij, trotz des Kindes konnte die Ehe zwischen ihnen nicht lange halten, wo doch der Ehestand weder mit Liebe seitens Fjodor Pawlowitsch noch seitens seiner Gattin beschritten wurde. Bereits früh sah Adelaida Iwanowna dass sie für ihren Mann nur Verachtung empfinden konnte, sogar Schlägereien zwischen den beiden Eheleuten waren des Öfteren vorgekommen, wobei nicht Fjodor Pawlowitsch schlug sondern Adelaida Iwanowna die heißblutige, mutige, und oft ungeduldige Frau als erste Ohrfeigte. Nach vier Jahren Ehe kehrte dieses Frauenzimmer Fjodor Pawlowitsch und seinem Hof den Rücken und brannte mit einem armen Lehrer durch, überlies den kleinen Mitja dem Vater, und siedelte noch immer verheiratet nach Moskau über. Man kann sich vorstellen was Fjodor Pawlowitsch für ein Vater für den kleinen Dimitrij gewesen sein muss, den kaum war seine Frau weg, schaffte er bei sich im Haus ein ganzen Harem an, wo leichte Frauengestalten herein- und herausgingen, und während er aus seinem Heim eine Sündenholle machte erzählte er selbst in hohen Gesellschaften, wie ihn seine Frau doch gequält hatte, erzählte Einzelheiten aus dem Eheleben, die jedem anständigen Mann peinlich wären in den Mund genommen zu werden. Um das dreijährige Kind kümmerte sich zeitweilig Gregorij Wassilijewitsch, der ergebene, vielleicht etwas dummhafte, Diener Fjodor Pawlowitschs, mit seiner Frau Marfa, die beide im Nebengebäude im Hof wohnten, welches Fjodor Pawlowitsch mit der festen Überzeugung, dass niemand bis auf die engsten Verwandten und natürlich auch den Gästen im Haus übernachten durfte, im Garten bauen lies, auch wenn er dadurch manchmal ganz allein im Haus gewesen ist, oder vielleicht gerade deswegen. Grigorij nahm sich also vorerst des kleinen Kindes an. Und erstaunlicherweise schien auch die Verwandtschaft mütterlicherseits den Kleinen vergessen zu haben, den erst nach einem Jahr meldete sich ein Neffe Adelaida Iwanownas, ein junger Mann von guter, liberaler Bildung, und nahm Mitja nach Moskau mit, wo dann die Verantwortung eine Tante zweiten Grades übernahm, die schließlich auch starb, und Mitja zu einer ihrer Töchter kam, die ebenfalls in Moskau ansässig war. Den Vater schien der Aufenthalt seines Sohnes kaum zu kümmern, er schien sogar ihn ganz vergessen zu haben, wie auch seine Gattin, den er und Adelaida Iwanowna waren immer noch verheiratet, nach einer längeren Zeit jedoch, besinnte Fjodor Pawlowitsch sich seiner Reue gegenüber der Ehegattin, und machte schon Anstalten nach Moskau zu fahren, um sich wenigstens im Guten von ihr zu trennen, doch erfuhr er plötzlich per Telegram von ihrem Tod. Als er dies vernahm überströmte ihn große Freude, nicht wegen des Todes seiner Frau, für den empfand er Mitleid, er freute sich über die gelöste Bindung.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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