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Am nächsten Tag war der alte Hanswurst guter Laune, den Iwan Fjodorowitsch wollte wieder nach Moskau abreisen, so dachte sich der Lüstling, dass nun Gruschenka wohl endlich zu ihm ins Haus kommen werde. Als Iwan in der Tür stand und die Troika vorgefahren war, machte sich Fjodor Pawlowitsch sogar Anstalten den Iwan zu umarmen, und ihn zu küssen, doch der erkannte es noch rechtzeitig genug, um seinen Vater die Hand in den Weg zu strecken, der alte drückte die Hand. Iwan verließ die Stadt mit gespaltenem Herzen, er war froh darüber, dass er Katharina Iwanowna, die ihn immer noch schikanierte, in Anwesenheit Aljoschas und ihrer Vermietern gesagt hatte, welche Gefühle er zu ihr empfunden hatte, ja er war sogar etwas stolz darauf es ihr so direkt gesagt zu haben, denn er vergas nicht sie auf ihre Fehler hinzuweisen. Er hatte das so direkt gemacht, dass sie sogar einen hysterischen Anfall bekommen hatte. Nun war er froh über die gelöste Bindung, den er sah ein, dass sie nie zugeben hätte zugeben können, dass sie ihn liebte, und soviel Zeit hatte Iwan Karamasow, nun wirklich nicht. Andererseits quälte ihn ein Schmerz, ein Ungewissen, nach einem Gespräch, das er gestern mit Smerdjakow geführt hatte, bei diesem Smerdjakow stimmt etwas ganz und gar nicht in seinem Kopf, dachte sich wohl Iwan Fjodorowitsch nach dem Gespräch, das er in Ungeduld abbrach. Nun dieser Smerdjakow sagte Iwan, ganz eindringlich, unmissverständlich, und mit Ernster Miene, werde morgen, also heute, einen Epilepsieanfall bekommen, nachdem er von der Treppe gestürzt war, und empfiehl Iwan deshalb besser aus der Stadt zu fahren, naja, was der Iwan ja sowieso vorhatte, den es könnte ja etwas mit dem Vater, Fjodor Pawlowitsch, geschehen. Iwan brüllte Smerdjakow an, was wohl geschehen könnte, und weshalb er ausgerechnet von der Treppe fallen sollte, und was überhaupt Smerdjakow von ihm wolle. Mit einem wissend-erkennendem Lächeln, wich Smerdjakow Iwan aus, als der in das Haus ging. Heute, da er jetzt in der Troika saß, sagte er sich, dass ihn der ganze Affenzirkus nicht interessiere und er werde in Moskau das Leben wieder finden. Während er das dachte, hatte doch das Wissen auf dem Herzen, dass er bald wiederkehren müsse. Dimitrij aber, suchte diesen ganzen verfluchten Tag nach
Geld, er glaubte plötzlich in seiner Not, Geld von völlig Fremden
bekommen zu können, er lief zum Beispiel zu Samsonow, der ein
Bekannter Gruschenkas war, und schon sehr bejahrt, nun er lief
dorthin um ihm für dreitausend Rubel die Rechte an seinem Land zu
verkaufen, Dimitrij behauptete fest man könne aus diesen sechs- bis
siebentausend Rubel Gewinnen. Der alte wollte, den Unbekannten erst
gar nicht hereinlassen, erst als Dimitrij bekunden ließ, er wäre in
Gruschenkas wohl und sehr ernster Lage gekommen, lies Samsonow
öffnen. Mitja hatte sich doch tatsächlich ausgemalt, dieser Samsonow
würde ihm Helfen, da er dringend das Geld brauchte, um mit
Gruschenka ein neues Leben anfangen zu können, doch wo er seine
Idee, seinen Plan vor Samsonow ausbreitete, wackelten ihm die Knie.
Dieser Samsonow, war ein reicher Mann, und lies selbst seine eigenen
Söhne keine Kopejke Geld von ihm sehen, nur wohnen durften sie mit
ihren Familien bei ihm im Haus, eingeengt auf der ersten Etage,
während er allein, die ganze Zweite beanspruchte. Nein, dieser
Samsonow gab Mitja kein Geld, doch sagte er ihm dass irgendwo hinter
den sieben Hügeln, ein Mann zu wohnen pflegte, der eventuell dieses
Landstück haben wollte, natürlich machte er sich über diesen
Dimitrij Fjodorowitsch lustig, und innerlich kochte der Alte vor
Wut. Mitja griff diese Information sofort auf und war gottweiß wie
dankbar. Nach diesem Besuch, schloss sich Samsonow in sein
Arbeitszimmer ein, und am Abend wurde er krank. Mitja hatte bis auf
zwei Zwanzigkopejkenstücke kein Geld, und musste seine zwei, ihm
wertvollen, Pistolen für zehn Rubel versetzen, um sich eine Troika
mit einem Fuhrmann mieten zu können. Nun, ich will seine Odyssee
hier abkürzen, denn bekam er auch dort kein Geld, weil der
Gutsbesitzer, von dem Samsonow gesprochen hatte, betrunken gewesen
war. Erst am Abend kehrte Mitja zurück in die Stadt, und lief sofort
zu der Frau um die er sich den ganzen Tag gesorgt hatte. Während er unterwegs war, stand bei Gruschenka alles in den Sternen, ihr Verführer hatte ihr wieder geschrieben, wollte sich am heutigen Abend mit ihr in Mokroje in jenem Gasthaus treffen, wo sie sich vor einem Monat, für ein Stündlein nur, in Mitja verliebt hatte. Als Mitja, voller Ungeduld, bei Gruschenka erschien, Agrafena Alexandrowna hatte ihr Haus an der Hauptstrasse, war Gruschenka schon fortgefahren, und hatte ihrer Dienerin, Fenja, ausdrücklich aufgetragen, niemandem zu sagen wohin sie aufgebrochen war. Mitja stürmte ins Haus, packte Fenja bei den Schultern, die völlig eingeschüchtert kein Wort zusammenbrachte. Unendliche Eifersucht entflammte in seinen Augen als er verstanden hatte. Er lief wie ein Wahnsinniger hinaus, und nahm einen Mesingschössel im Laufen mit. Er rannte quer durch die Stadt, kletterte aus einer Hintergasse über einen Zaun und lief durch einen Garten. Voller Zorn und Eifersucht klopfte er an das Fenster Fjodor Pawlowitsch das geheime Zeichen, und sofort regte sich eine aufgebrachte Stimme "Gruschenka bist du es?, Gruschenka" sprach der Alte hoffend aus dem geöffneten Fenster in den Garten. Dimitrij sah, dass Gruschenka wohl nicht bei ihm sein konnte, doch das Profil seines Vaters erregte in ihm so einen großen Wiederwillen, dass er den Messingstössel anhob um dem alten endlich den Kopf einzuschlagen. Im letzten Augenblick besinnte er sich aber, und lief aus seinem Versteck neben dem Fenster, wieder in den Garten. Der erschrockene Fjodor Pawlowitsch fingt an zu brüllen. Das Gebrülle vernahm Grigorij und lief aufgebracht in den Garten hinaus, "Vatermörder" schrie Grigorij. Mitja kletterte gerade wieder über den Flechtzaun, als Grigorij heranlief und ihm am Bein zerrte, und da holte Mitja aus Hast aus und zu, er traf Grigorij an der Schläfe. Das Blut floss, und der getroffene sank sofort auf dem kalten Gartenboden zusammen, Mitja erkannte was er da gerade getan hatte, ich habe den Mann, der mich gefüttert hat, erschlagen, ich verdamter Schuft, dachte er, du hättest mir nicht in Quere kommen sollen, alter Narr!, dachte er weiter. Die ganze Nacht über, reute er seine Tat an Grigorij. Als er mit einem wahnsinnigen Ausdruck im Gesicht, Grigorijs Blut an den Händen und einem Pack Hundertrubelscheine, das Geld hatte er entgültig aus Katjas altem Kuvert genommen, bei Fenja erschien, dachte sie sofort, er habe seinen Vater erschlagen. In Angst erzählte sie Mitja von dem Brief des Polen, und von ihrer Herrin, die jetzt wohl schon in Mokroje war. Bestürzt vernahm Mitja dies alles, er erinnerte sich wieder des polnischen Generals, dem er damals, als Gruschenka es erzählte, keine Achtung schenkte, so kaufte Dimitrij Fjodorowitsch, immer noch mit Blut an den Händen seine Pistolen zurück, und wollte sich, nachdem er in das Gasthaus in Mokroje gefahren war, in den ersten Sonnenstrahlen erschießen.
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